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es ist morgen
. ein schöner novembertag in einem unschönen jahr. ein
geräusch durchschneidet luft, dann haut, sehnen, knochen. landet
mit einem dumpfen metall-in holz-kracher tief im block. die kälte
steigt hoch. nur ein moment des verharrens. das gleichgewicht gleicht
nicht. es verliert sich und der kopf fällt in den korb. die
augen erschrocken aufgerissen, der mund zu einem atemzug geöffnet,
aber alles im bruchteil dieser endlosen sekunde erfroren. ich blicke
aus dem korb zu ihm herauf. er führt die hände langsam
vom griff des beiles zurück in die taschen. seine augen blicken
in meine, nicht entsetzt, vielleicht interessiert. das habe ich
schon gelegentlich gesehen. und nun? in meinem kopf dreht sich alles.
vieles um ihn, einiges um wiedergeburt und der rest um sich selbst.
ich verstehe und verzweifle. bin erledigt und erlöst. und natürlich
bin ich schuld. denn ich habe den kopf auf den block gelegt. denn
ich forderte es heraus. denn ich hing vollkommen in der luft, aber
jetzt weis ich wo ich bin. im korb, ohne den rest. und ich blicke
ihn an. sicher war mir klar, dass er keine sekunde zögern wird.
er ist so direkt, so kompromisslos. was getan werden muss, wird
getan, kurz und schmerzlos und richtig. verletzte tiere sind viel
zu gefährlich, pferden gibt man den gnadenschuss und mir die
enthauptung. ich lache schon wieder. aber er sieht es nicht. gestern
noch lachten wir gemeinsam. herzklopfen text für text. es war
ein schöner tag. und heute der "korb". was will er
jetzt? ja, natürlich, mir gnädig die augen schließen.
seine hände begreifen. sie greifen nach mir. wie habe ich mich
danach gesehnt. aber sein (nun doch verzerrtes) gesicht erinnert
mich an meine "unvollkommenheit". ich glaube zu wissen,
was ihn verzweifeln lässt. "wenn du meine augen schließt,
erwarte ich den kuss für die träume in der ewigen nacht."
er gehört dazu. und auf die stirn. um das zu tun, muss man
einen menschen lieben. mit mitleid allein wird da nichts. er schließt
seine augen, um meine zu schließen. ich habe noch einen kurzen
moment, einen letzten blick auf das ewig zweifelnde, zornige gesicht.
eine krokodilsträne drängelt sich heraus, verzerrt mir
dieses letzte bild. da greifen mich andere hände. hände
die ich liebe und ewig kenne, denen ich vertrauen kann. mein körper
hat sich erhoben und steht neben ihm, dem henker. vier hände
halten mich. alle kalt. seine gleiten wieder in die taschen. das
gesicht wird etwas blasser, es könnte auch am licht liegen.
zu gern hätte ich noch den kuss gehabt, hadert kopf mit körper.
aber so ist es besser. ein kuss von ihm und alles, wirklich alles,
(es ist zum schreien aber war) wäre vergeben. lächerlich,
eher bitter. verzweifelt lieben und liebend verzweifeln. geh deinen
weg, henker. körper und kopf haben sich gefunden. ich werde
noch das herausgerissene herz suchen, den magen zurück drehen
und die abgefetzten brüste... eine bleibt verschwunden. wiedergeboren
zur amazone. das könnte uns eine weile gut tun. bis wir wieder
verwachsen sind. ich, der kopf und der körper. |
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hallo könig. schöner text oder? habe die brücken abgebrochen. kann dich so vor mir schützen. und das tue ich gern für dich. |
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